Kastration von Kaninchen

Das Wichtigste im Überblick:



Was ist der Unterschied zwischen einer Sterilisation und einer Kastration?


Bei einer Kastration werden beim männlichen Tier die Hoden und beim weiblichen Tier die Eierstöcke entfernt. Bei einer Sterilisation werden die Keimdrüsen, also Hoden bzw. Eierstöcke nicht entfernt sondern abgebunden oder durchtrennt.

Da beim Abbinden die Keimdrüsen im Körper bleiben, werden genauso viel Hormone freigesetzt wie ohne Eingriff.

In der Tiermedizin wird in der Regel nur kastriert und nicht sterilisiert, da eine Sterilisation zuviel Nachteile mit sich bringt.



Wann wird eine Kastration bei einem männlichen Kaninchen nötig?

Wir sind der Meinung, dass jedes Kaninchen kastriert werden sollte.



Warum?


Da Kaninchen sehr fruchtbar sind, und ca. alle 30 Tage Nachwuchs bekommen können, wären es nach kurzer Zeit einfach zu viele Babys, für die es sehr schwer ist gute Plätze zu bekommen. Zudem ist es sehr anstrengend für das Weibchen dauerträchtig zu sein.

Kaninchenweibchen haben keinen Zyklus wie wir Menschen, denn der Eisprung wird durchs Berammeln ausgelöst. Somit ist ein Kaninchenweibchen immer aufnahmebereit. Die Tragezeit beträgt ca. 30 Tage. Direkt nach der Geburt kann sie schon wieder gedeckt werden.



Kastration von geschlechtsreifen Böckchen:

Ist das männliche Kaninchen über 12 Wochen alt ist es, zumindest bei den kleineren Rassen schon geschlechtsreif. Da sich dann schon Spermien gebildet haben, bleiben nach Entfernung des Hodens noch lebensfähige Spermien im Samenleiter zurück. Diese Spermien sind bis zu 6 Wochen lebensfähig. Aus diesem Grunde muss man eine Kastrationsquarantäne von 6 Wochen einhalten bis er dann zu einem unkastrierten Weibchen darf. Ist das Weibchen auch kastriert sollte man dennoch 3-4 Wochen warten bis sich die Hormone etwas abgebaut haben, sonst wird das Weibchen sehr bedrängt.

Frühkastration:


Frühkastrationen sind zwischen der 10. und 12. Lebenswoche möglich. Vor der Geschlechtsreife haben sich noch keine Spermien gebildet und deshalb muss keine Kastrationsquarantäne eingehalten werden. Eine Frühkastration hat den Vorteil, dass der kleine Mann bei seiner Mutter und seinen Geschwistern bleiben kann.



Werden Weibchen auch kastriert?

Langsam setzen sich auch in Deutschland Kaninchenweibchenkastrationen durch, da es sehr häufig vorkommt, dass sich die Gebärmutter verändert. Diese Veränderungen können starke Nebenwirkungen wie Scheinträchtigkeiten, Aggressionen, Dauerhitzigkeit etc. mit sich bringen. Ist die Gebärmutter dann verkrebst, führt das recht schnell zu Metastasen in der Lunge und damit zum Tode. Die Kastration von Weibchen ist im Vergleich zu der Kastration von Böckchen schwerer, da die Gebärmutter mit den Eierstöcken ja innen liegend ist.. Hier muss jeder einzelne abwägen und entscheiden ob er das etwas größere Operationsrisiko auf sich nimmt. Am besten Sie beraten sich mit mehreren Tierärzten und entscheiden dann.
Ich persönlich lasse jedes Weibchen prophylaktisch kastrieren, denn seeeeeehr viele Weibchen entwickeln früher oder später Gebärmutterprobleme/Krebs.



Kann ich die OP mit einer "Männergruppe" umgehen?


2 unkastrierte Rammler werden sich zu 99,9% nach der Geschlechtsreife nicht mehr verstehen und sich u.U. böse Verletzungen zufügen, die auch manchmal mit dem Tode enden.

Damit der Rammler nicht alleine sitzen muss (Kaninchen sind Gruppentiere und leiden entsetzlich unter der Einsamkeit) kommt nur eine Kastration in Frage.



Welche Risiken gibt es bei einer Kastration?

Eine Kastration ist eine Operation. Wie bei jeder Operation gibt es natürlich auch bei so einer Routineoperation ein kleines Risiko. Genauso wie es bei einer Mandeloperation beim Menschen auch ein Risiko gibt. Sollten Sie Bedenken haben, sprechen Sie einfach mit dem Tierarzt ihres Vertrauens.


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